Aktuelle Ausstellungen

Vollrad Kutscher  Einatmen – Ausatmen

17. September bis 19. November 2017

einatmen

Einatmen – Ausatmen, Porträtinstallation Norbert Klassen, 1992, 144 Terrakotten,
je ca. 65 cm hoch, 144 Holzsockel, je 110 x 30 x 30 cm, 2 Monitore, 2 Player, 2 Vides, Sound

 

Teller

Freundschaftsporträt, Kartoffel geschnitzt und geschrumpft,
Teller, Küchenmesser, farbig gefasster Bronzeguss (2017)

 

Vollrad Kutscher: Cinemaczz, Leuchtende Vorbilder; Schafhof 2016

Leuchtende Vorbilder, Alurohre, bemaltes Glas, Glühbirnen

 

Zur Ausstellung

Vollrad Kutscher, geboren 1945 in Braunschweig, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
Medienkünstler, Lichtkünstler, Performer

Kutscher war während vielen Jahren als Kunsterzieher und Professor für Kunst an verschiedenen
Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland und der Schweiz tätig.
Zahlreiche Arbeiten im Besitz internationaler öffentlicher Sammlungen und in Privatbesitz.
Ausstellungen in renomierten Häusern in Deutschland und dem angrenzenden Ausland.
Arbeiten im Öffentlichen
Der Künstler erhielt verschiedene Auszeichnungen; zuletzt 2017 den Kunstpreis der SPD Landtagsfraktion.

Mit der Ausstellung Vollrad Kutscher EINATMEN-AUSATMEN zeigt das Kunsthaus Interlaken Werke, die
dem Genre Porträtskulptur einzigartige, gegenwartsbezogene Beispiele hinzufügen und die zwischen
Tradition und Gegenwart oszillieren. Kutscher nahm an der der allgemeinen Entwicklung eines sich rasant
entwickelnden Skulpturenbegriffes teil, doch beharrte er gleichzeitig auf persönlichen Vorbildern, wie dem
klassischen Bildhauer A. Giacometti, der dem Motiv Mensch Mitte des letzten Jahrhunderts einen
unübersehbaren Höhepunkt abgerungen hatte.
Seit 1980 arbeitete Kutscher beharrlich an einer Reformulierung des Menschenbildes, das schliesslich zu einer
Reihe Porträtinstallationen führte.
Erste Beispiele davon waren 1988/89 in einer Schau im Kunstmuseum Bern zu sehen.

Dr. Peter Forster im Katalog Vollrad Kutscher, EINATMEN – AUSATMEN, Museum Wiesbaden, 2015

Dieser Katalog dokumentiert die langjährige Zusammenarbeit des Künstlers mit dem Berner Schauspieler und
Performer Norbert Klassen an Hand der gleichnamigen Porträtinstallation von 1992, sowie die dabei entstandenen Performances. Die umfangreiche Arbeit mit 144 Terrakottamasken und zwei Videos wird zum ersten in der
Schweiz gezeigt und vom Film DUDOLLDU samt dem dazugehörenden Koffer (Besitz Museum Wiesbaden) begleitet.

Seit den 70er Jahre war u.a. bei Performance Partys während der internationalen Buchmesse im Atelier Kutscher
zwischen Frankfurt und Bern ein steter Austausch entstanden, der in den folgenden Jahrzehnten zu vielfältigen
Freundschaften führte und sich in den im Kunsthaus präsentierten Arbeiten niedergeschlagen hat.
So zeigt die Einladungskarte (1988) für eine Performance Party im Berner Museum als Fotonegativ, den damaligen
Direktor Hans Christoph von Tavel, der den Betrachter fokussiert.
Sie diente als Ausgangsmaterial einer aktuellen Fotoarbeit. Neben Porträtarbeiten mit Fotochemie aus einer
„Seance en chambre noire“, (Galerie Megert, Bern, 1989), finden wir Berner Persönlichkeiten die als
Berner Abendmahl (2004) Leonardos Bildvorlage interpretieren.
Kutschers Lust am Spiel und ästhetischem Abenteuer erweist sich auch in einer kleineren Neufassung der
Porträtinstallation Marianne Milani Super Zuba (1995) oder auch im Freundschaftsporträt mit dem Berner
Künstlerphilosophen G. J. Lischka, beide aus Kartoffel geschnitzt und geschrumpft als gemalte Bronzen auf
einem Teller liegend (2013/17).
Aus der Begegnung mit der Schweizerin R. L. entwickelte Kutscher die Arbeit Die Königin von Saba.
Sie bezieht sich auf die berühmte, ägyptische Nofretete und auf mittelalterliche Madonnenbilder, aber auch auf
Würde, Schönheit,  Vergänglichkeit in der heutigen Zeit der flüchtigen Images und Medien.

Für die Ausstellung neu entstanden u. a. auch die Lichtinstallation Rendezvous mit Stefan Kurt (2017) und
die Reihe Schweizer Künstler als Leuchtende Vorbilder (2017).
Wir begegnen in den Arbeiten Kutschers einer künstlerischen Haltung, die ausgeht vom Zweifel an der Aesthetik
als Lehre von der Wahrnehmung (des für “wahr“ Nehmens) und der Schönheit samt der Vorstellung von einem unteilbaren/Individuum als absolut gesetztem Subjekt.
Das Wissen um die Spaltung des Subjekts in ein sogenanntes Multividuum führte den Künstler 1970 zu dem
„Vor einigen Jahren begann ich mit der Theorie des Unperfekten – dabei blieb es“  und in der Folge zu  neuen, komplexen Darstellungsformen im Bereich des Porträts.

Führungen
Sonntag, 15. Oktober, 17 Uhr
Der Künstlerphilosoph G. J. Lischka spricht zum Thema
«Porträt heute – “Vollrad Kutscher»
Kosten: zusätzlich CHF 4.- zum Eintritt

29. Oktober und 12. November,  jeweils 11 Uhr
Kosten: zusätzlich CHF 4.- zum Eintritt

Führungen für Gruppen sind auf Anmeldung jederzeit möglich; Auskunft im Kunsthaus

Finissage
Sonntag, 19. November, 17 Uhr
Heimat? | Liederabend mit Gamaliel von Tavel, Bassbariton und Ya-ou Xie, Klavier
Kosten: CHF 25.- | 15.- inkl. Eintritt Ausstellung und Apéro, Apéro ab 18 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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