Aktuelle Ausstellungen

15.9. bis 17.11.2019

ERSTE HILFE

 

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Manon: Einst war sie Miss Rimini, 2003, C-Print auf Aluminium, aufgezogen 83 x 63 cm © prolitteris

Zur Ausstellung
2019 feiert das Kunsthaus Interlaken sein zehnjähriges Bestehen. Das Haus wurde 2009 eröffnet und hat sich seither in der nationalen Kunstszene und beim Publikum weit über unsere Region hinaus gut positioniert. Ausstellungen wie JapanArtToday (2014), les Caran d‘Ache de Picasso (2015) oder keineismeehr (2019) haben dazu beigetragen.

Einen wesentlichen Anteil an der positiven Entwicklung haben auch alle Künstlerinnen und Künstler, die in den letzten Jahren im Kunsthaus ausgestellt haben. Einige von ihnen gehören zu den wichtigsten der Schweiz, ihr Werk hat zum Teil internationale Ausstrahlung oder ist für die Kunst unseres Landes von prägender Bedeutung.
Sie haben mit ihrer Bereitschaft, einer neuen, anfänglich ja unbekannten Institution ihre Arbeiten für Ausstellungen anzuvertrauen, dem Kunsthaus Interlaken Türen geöffnet, die wichtig sind. Ihre Namen haben dazu beigetragen, dass sich unser Haus in sehr kurzer Zeit auch einen Namen schaffen konnte. Sie haben uns beim Aufbau geholfen, ihnen sind wir zu besonderem Dank verpflichtet, ihnen widmen wir diese Ausstellung Erste Hilfe. Wir sind uns bewusst, dass weitere Kunstschaffende, welche die Entwicklung unseres Hauses auch mitgetragen haben, eine Aufnahme in diese Ausstellung ebenfalls verdient hätten, und dass unsere Auswahl unvollständig ist.
Das Kunsthaus Interlaken hat durch einen grosszügigen Mäzen die finanziellen Mittel bekommen, den Aufbau einer Sammlung zu starten – auch Erste Hilfe!
Einige der angekauften Werke, darunter Arbeiten von Arnold Brügger, Martin P. Flück und Bendicht Friedli, ergänzen zusammen mit wenigen Leihgaben und Schenkungen die Ausstellung.       Gerade zu den letztgenannten Künstlern pflegt unsere Institution seit langer Zeit besondere Beziehungen.

 


Künstlerinnen und Künstler

Manon, lebt in Zürich
Manon gehört zu der Generation KünstlerInnen, die im Zuge der zweiten Frauenbewegung die Geschlechterfrage performativ verhandelt. Seit den späten siebziger Jahren gilt sie als eine der wichtigsten Performance-Künstlerinnen der Schweiz und ist bis heute für viele Kultfigur.
Ihre fotografischen Selbstinszenierungen, wie die in der Ausstellung gezeigten, wenig bekannten Fotomontagen aus der Reihe Neue Jugend für Marlene (1993) sind kunsthistorisch in der Nähe zu Body Art anzusiedeln und verkörpern einen wichtigen Teil der damaligen Avantgarde. Sie stehen Arbeiten von Cindy Sherman oder Urs Lüthi in nichts nach und sind bis heute bleibende Beiträge zur neueren Kunst der Schweiz.
Manon hat mit ihrer Kunst nachhaltig gewirkt und vieles vorweg genommen, was heute aktuell ist.
Manons Einzelausstellung Reise nach Sibirien (2015) gehört bis heute zu den eindrücklichsten Ausstellungen im Kunsthaus Interlaken.

 

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Samuel Buri: Tempelwächter, 1999. Acryl auf Leinwand, 140 x 100 cm, achtteilig 


Samuel Buri
(*1935), lebt in Basel und Habkern

Samuel Buri ist einer der Väter der Schweizer Pop-Art. Sein Werk hat, wie die Kunsthistorikerin Katharina Katz schreibt, kein erzählerisches Programm. Es will durch das Zusammenspiel von Farbe und Form das Auge herausfordern und im Sinne von Matisse’ Joie de vivre erfreuen. Zentrale Themen sind Natur und Bildillusion, der Malakt, der Maler. Gegenüberstellung von geometrischen und organischen Formen und der Hang zum Ornament sind charakteristisch. Die Arbeit in Serien, die Kombination von verschiedenen Stilelementen und zu verschiedenen Zeiten, Bereichen und Ebenen gehörende Motive sind typische Merkmale in Buris Werk.
Ausstellungen mit Samuel Buri: Vue d’Interlaken (2016) und Einzelausstellung (2017).

 

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Luciano Castelli: aus der Serie Spiegelsaal (self-portrait), 1973,9 Teile (photo taken with self timer),
Fotografie auf Glasscheiben, je 220 x 146 cm

Luciano Castelli (*1951) lebt in Zürich und Paris
Castelli ist einer der wichtigsten und wohl auch provokantesten Schweizer Künstler. Er erlebt seinen künstlerischen Durchbruch bereits in den frühen 1970er Jahren und nimmt als jüngster Teilnehmer an der Documenta5 in Kassel teil. Sein vielschichtiges, expressives, oft theatralisches Werk, erwächst aus der politischen Perspektive der 68er Generation.
In Berlin prägt Castelli entscheidend die Malerei der Bewegung  Junge Wilde, die in den späten 70ern und 80ern Welterfolg erlangte. Castelli drückt sich in diversen Medien, wie Malerei, Photographie, Video, Musik und Skulptur aus. In seinen Inszenierungen spielt er selbst die zentrale Rolle; für seine Film-, Photographie- und Malszenen, in denen er als unterschiedliche Charaktere in einer Vielzahl von Rollen auftaucht, casted er sich selbst als Hauptdarsteller und träumt sich in fiktive Welten.
Zurzeit erlebt Castelli ein wachsendes Interesse an seinem Werk, das kürzlich in grossen Ausstellungen in Paris, Peking, Shanghai und Berlin gezeigt worden ist.
Erstmals wurden Werke von Castelli bei uns in der Ausstellung Expressiv-Exzessiv (2013) gezeigt.

 

Pochoir

Pierre Haubensak: Ling (Pochoir), 1997, Acryl auf Leinwand, 70 x 60 cm

Pierre Haubensak (*1935), lebt seit 1978 in Zürich
In der Ausstellung Wege und Experimente 1968 im Kunsthaus Zürich zeigte Haubensak erstmals seine grossformatigen Shaped Canvas, flache, objekthaft geformte Leinwände,
Dreidimensionalität suggerierend. Diese wurden auch in den Ausstellungen Shapes of Color in der Kunsthalle Bern, im Stedelijk Museum Amsterdam und in der Svensk-Franska Galleriet Stockholm gezeigt. In ihrer Ambivalenz zwischen Bild und Objekt sind sie Ausdruck der damals weitverbreiteten «Krise der Malerei».
Doch Haubensak hält Zeit seines Schaffens am Bild fest, nachdem er wieder zum klassischen Bildformat gelangte. Die Auseinandersetzung mit Fläche und Raum hat Haubensak in verschiedenen Bildtypen weiterentwickelt.
Werke von Pierre Haubensak bildeten den Schwerpunkt unserer Eröffnungsausstellung im Kunsthaus Interlaken (2009). Die mit Pochoir bezeichnete Werkgruppe, basierend auf Scherenschnitten, ausgefaltet als Schablone benutzt, ist ein Teil unserer Jubiläumsausstellung.

 

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Heiner Kielholz: o.T., o. D.,Tempera auf Papier, 69 x 49 cm

Heiner Kielholz (*1942), lebt in San Carlo
geboren in Rheinfelden. 1967 bis 1972 ist er Mitglied der Ateliergemeinschaft Ziegelrain in Aarau. 1972/73 lebt er in Rom. Beginn von Reisen und längeren Aufenthalten in Süd- und Osteuropa, (Balkan, Griechenland Türkei). 1982/84 lebt er im Val Camonica und in Triest und seit 1995 im Puschlav und im Veltlin. 1971 nimmt er an der Ausstellung The Swiss Avant Garde im Cultural Center in New York teil und vertritt die Schweiz an der XI Bienal de São Paulo.
Wichtige Ausstellungen (* mit Katalog): 1971 Galerie Palette, Zürich, 1972 Galerie Toni Gerber, Bern, 1983 Kunstmuseum Olten, 1987 Aargauer Kunsthaus Aarau* und Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz, 1997 Helmhaus Zürich*, 2002 Orte, Kunstmuseum Olten*, 2006 Kunstmuseum Winterthur* und
2011 Der leere Raum, Kunsthaus Interlaken, 2014 Bündner Kunstmuseum Chur*.

 

EGLI

Franticek Klossner: Zagreus, 2019, 3D-Scan, CNC-Carving, Höhe 320 cm

Franticek Klossner (*1960), lebt in Bern
Sein Schaffen ist durchdrungen von existenziellen Fragen. Das Menschenbild der Gegenwart steht im Fokus seiner Untersuchungen. Der menschliche Körper agiert darin als Repräsentant für die Prozesse psychischer Individuation und sozialer Interdependenzen. Klossner gelingt es, über poetische Bilder politische und gesellschaftliche Themen zu verhandeln.
Die frappante Ästhetik seiner Werke involviert das Publikum in einen direkten Dialog. Die Vehemenz der Bildwelten wird von einer sinnlichen Materialität getragen. In geradezu listiger Weise verführen Klossners Werke das Publikum zur Hinterfragung innerer Bilder und zur Überprüfung des eigenen Denkens.
Franticek Klossner war an der ersten Ausstellung bei uns (damals noch im Alten Amtshaus) chum u lueg dys Amtshus a (2002) beteiligt und hatte 2013 im Kunsthaus eine Einzelausstellung.

Vollrad K

 Vollrad Kutscher: Der weisse Traum (Verschmelzungen), 1980, Fotografie auf Aluminium

Vollrad Kutscher (*1945), lebt in Frankfurt
Vollrad Kutscher hat seit den 70er Jahren Verbindungen zur Berner Kunstszene und zeigte bereits 1988/89 im Kunstmuseum Bern verschiedene Arbeiten.
Als Künstler ist Vollrad Kutscher ein Vermittler zwischen Tradition und Innovation. Seine Themen kreisen um Selbstvergewisserung, Identität und Individualität, Ethik, Schönheit und Moral in einer Zeit der Verunsicherung des Ich durch den globalen Wandel. Zu den Mitteln, mit denen er arbeitet, gehören die Raum-Inszenierung ebenso wie
die Porträt-Installation, gehören Aktion, Performance, Sprache, Licht und Virtualität.
Seit 1980 arbeitete Kutscher beharrlich an einer Reformulierung des Menschenbildes, das schließlich zu einer Reihe von Porträtinstallationen führte.
Der weisse Traum (1980), der zum Teil in der Ausstellung gezeigt wird, hat alle Elemente der späten Portaitinstallationen. Ausstellung im Kunsthaus Interlaken: einatmen–ausatmen (2017).

 

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Samstag, 15–18 Uhr
Sonntag, 11–17 Uhr
Montag und Dienstag geschlossen

Eintritt
8.– | Studenten und Jugendliche 5.–
Gratis für Kinder unter 16, Freunde des Kunsthauses und mit dem Museumspass oder der Raiffeisen-Card.

Führungen durch die Ausstellung
22. September, 20. Oktober und 10. November, jeweils Sonntagmorgen, 11 Uhr
Kosten: zusätzlich 4.– zum Eintritt, inkl. Filmvorführung

Führungen für Gruppen von 10 bis 20 Personen
inkl. Eintritt, je 12.– pro Person, Dauer eine Stunde
Anmeldung per Mail oder Telefon erforderlich.

Filmvorführungen zur Ausstellung

Freitag, 25.10. und Freitag, 1.11., 18 Uhr,
jeweils unmittelbar nach Ausstellungsschluss;
Sonntag, 22.9., Sonntag, 20.10. und Sonntag, 10.11., 12 Uhr,
jeweils nach den Führungen
Sonntag, 17. November (an der Finissage), 16 Uhr
Dauer der Vorführung: ca. 60 Minuten
Eintritt frei, Kollekte | Apérobar geöffnet

Unterstützt durch:
Amt für Kultur des Kantons Bern | Gemeinden Interlaken, Matten und Unterseen | Gemeinden der Regionalkonferenz | Burgergemeinde Interlaken | Bank EKI, Interlaken | Jungfraubahnen Management AG | Landis & Gyr Stiftung, Zug | Die MOBILIAR | TOI, Interlaken Tourismus | Triva Treuhand AG, Interlaken | KWO, Kraftwerke Oberhasli AG und Freunde des Kunsthauses

Raiffeisenbank Jungfrau – Partner Kunsthaus Interlaken


 

 

 

 

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