Vorschau

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  • So
    17
    Sep
    2017
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    2017
    Kunsthaus, 3800 Interlaken

     

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    Einatmen - Ausatmen, Porträtinstallation Norbert Classen, 1992, 144 Terrakotten

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    Die Königin von Saba, Videoinstallation, 1998


    Vollrad Kutscher
    , geboren 1945 in Braunschweig, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
    Medienkünstler, Lichtkünstler, Performer

    Kutscher war während vielen Jahren als Kunsterzieher und Professor für Kunst an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland und der Schweiz tätig.
    Zahlreiche Arbeiten im Besitz internationaler öffentlicher Sammlungen und in Privatbesitz.
    Ausstellungen in renomierten Häusern in Deutschland und dem angrenzenden Ausland.
    Arbeiten im öffentlichen Raum.
    Der Künstler erhielt verschiedene Auszeichnungen; zuletzt 2017 den Kunstpreis der SPD Landtagsfraktion.


    Mit der Ausstellung Vollrad Kutscher – Die Königin von Saba zeigt das Kunsthaus Interlaken Werke, die dem Genre Porträtskulptur einzigartige, gegenwartsbezogene Beispiele hinzufügen und die zwischen Tradition und Gegenwart oszillieren.

    Kutscher nahm an der der allgemeinen Entwicklung eines sich rasant entwickelnden Skulpturenbegriffes teil, doch beharrte er gleichzeitig auf persönlichen Vorbildern, wie dem klassischen Bildhauer A. Giacometti, der dem Motiv Mensch Mitte des letzten Jahrhunderts einen unübersehbaren Höhepunkt abgerungen hatte. Seit 1980 arbeitete Kutscher beharrlich an einer Reformulierung des Menschenbildes, das schließlich zu einer Reihe Porträtinstallationen führte. Erste Beispiele davon waren 1988/89 in einer Schau im Kunstmuseum Bern zu sehen.
                                                                        Dr. Peter Forster im Katalog Vollrad Kutscher, EINATMEN – AUSATMEN, Museum Wiesbaden, 2015

    Dieser Katalog dokumentiert die langjährige Zusammenarbeit des Künstlers mit dem Berner Schauspieler und Performer Norbert Klassen an Hand der gleichnamigen Porträtinstallation von 1992, sowie die dabei entstandenen Performances. Die umfangreiche Arbeit mit 144 Terrakottamasken und zwei Videos wird zum ersten Mal in der Schweiz gezeigt und vom Film DUDOLLDU samt dem dazugehörenden Koffer (Besitz Museum Wiesbaden) begleitet.

    Seit den 70er Jahre war u.a. bei Performance Partys während der internationalen Buchmesse im Atelier Kutscher zwischen Frankfurt und Bern ein steter Austausch entstanden, der in den folgenden Jahrzehnten zu vielfältigen Freundschaften führte und sich in den im Kunsthaus präsentierten Arbeiten niedergeschlagen hat.
    So zeigt die Einladungskarte (1988) für eine Performance Party im Berner Museum als Fotonegativ, den damaligen Direktor Hans Christoph von Tavel, der den Betrachter fokussiert.
    Sie diente als Ausgangsmaterial einer aktuellen Fotoarbeit. Neben Porträtarbeiten mit Fotochemie aus einer Seance en chambre noire, (Galerie Megert, Bern, 1989), finden wir Berner Persönlichkeiten die als Berner Abendmahl (2004) Leonardos Bildvorlage interpretieren.
    Kutschers Lust am Spiel und ästhetischem Abenteuer erweist sich auch in einer kleineren Neufassung der Porträtinstallation Marianne Milani Super Zuba (1995) oder auch im Freundschaftsporträt mit dem Berner Künstlerphilosophen G. J. Lischka, beide aus Kartoffel geschnitzt und geschrumpft als gemalte Bronzen auf einem Teller liegend (2013/17).

    Aus der Begegnung mit der Schweizerin R. L. entwickelte Kutscher die Arbeit Die Königin von Saba. Sie bezieht sich auf die berühmte, ägyptische Nofretete und auf mittelalterliche Madonnenbilder, aber auch auf Würde, Schönheit  Vergänglichkeit in der heutigen Zeit der flüchtigen Images und Medien.
    Für die Ausstellung neu entstanden u. a. auch die Lichtinstallation Rendezvous mit Stefan Kurt (2017) und die Reihe Schweizer Künstler als Leuchtende Vorbilder (2017).
    Wir begegnen in den Arbeiten Kutschers einer künstlerischen Haltung, die ausgeht vom Zweifel an der Aesthetik als Lehre von der Wahrnehmung (des für – wahr – Nehmens) und der Schönheit samt der Vorstellung von einem unteilbaren/Individuum als absolut gesetztem Subjekt.
    Das Wissen um die Spaltung des Subjekts in ein sogenanntes Multividuum führte den Künstler 1970 zu dem Satz Vor einigen Jahren begann ich mit der Theorie des Unperfekten – dabei blieb es  und in der Folge zu  neuen, komplexen Darstellungsformen im Bereich des Porträts.

     


     


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