Archiv

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  • So
    15
    Sep
    2019
    So
    17
    Nov
    2019
    Kunsthaus, 3800 Interlaken


    Künstlerinnen und Künstler

    Manon
    Samuel Buri
    Luciano Castelli
    Pierre Haubensak
    Heiner Kielholz
    Franticek Klossner
    Vollrad Kutscher
    & Werke aus der Sammlung:
    Arnold Brügger
    Alexandre Calame
    Martin P. Flück
    Ferdinand Hodler
    und andere

    2019 feiert das Kunsthaus Interlaken sein 10 jähriges Bestehen. Die Ausstellung ERSTE HILFE ist Teil der Veranstaltungen
    zu diesem Jubiläum und ist einer Auswahl von wichtigen Künstlerinnen und Künstlern gewidmet, die mit Ihren Ausstellungen im
    Kunsthaus wesentlich zur erfolgreichen Positionierung unserer Institution mitgeholfen haben. Ihre Namen (und die weiterer
    Kunstschaffenden) und ihre Arbeiten haben dazu beigetragen, dass unser Haus sich in sehr kurzer Zeit in der Kunstszene auch
    einen Namen schaffen konnte.

    Manon
    Manon gehört zu der Generation KünstlerInnen (neben Künstlerinnen wie Valie Export, Lynda Bengalis und Adrian Piper oder den Künstlern Luciano Castelli, Urs Lüthi und Jürgen Klauke), die im Zuge der zweiten Frauenbewegung die Geschlechterfrage performativ verhandelt. Dabei arbeitet sie aus ihrer Eigenwelt heraus und interessiert sich nicht für die Arbeit anderer; sie gibt sich einen Namen, der weder vom Vater noch vom Ehemann stammt, inszeniert Identität als selbst entworfenes Produkt, verwirrt Objekt- und Subjektstatus ihrer Persona wie Privatleben und Öffentlichkeit. (SIK-Art)

    Unbenannt 4 Kopie

    Samuel Buri (*1935)
    Ausgangspunkt für das Schaffen von Samuel Buri ist einerseits die französische Malerei der Impressionisten und das Werk von Henri Matisse. Anderseits wirkt bei ihm der expressive Ausdruck in den Gemälden der Basler Rot-Blau-Künstler ebenso nach wie die Tradition der schweizerischen Landschaftsmalerei. Diese Positionen verbindet Buri mit modernen Elementen zu einer neuen Malerei. Seine Eindrücke der Natur zerlegt er analytisch, um sie in abstrakter oder gegenständlicher Weise in Flächen mit gesteigerter Farbigkeit und ornamentaler Rhythmisierung umzusetzen.
    Buri will durch das Zusammenspiel von Farbe und Form das Auge herausfordern und im Sinne von Matisse’ «Joie de vivre» erfreuen. Zentrale Themen sind Natur und Bildillusion, der Malakt, der Maler. Spektrale Farbigkeit, Kombinationen von komplementären Farbpaaren, serielle Variation der Farbe, Gegenüberstellung von geometrischen und organischen Formen und der Hang zum Ornament sind charakteristisch. Die Arbeit in Serien, die Kombination von verschiedenen Stilelementen und zu verschiedenen Zeiten, Bereichen und Ebenen gehörende Motive sind typische Merkmale in Buris Werk.

    Samuel Buri, Mentalcolor, 1969, Kunstharzspray auf Papier, 58x75 cm

    Luciano Castelli (*1951)
    Luciano Castelli ist einer der wichtigsten und wohl auch provozierendsten Schweizer Künstler der Zeit nach 1970. Seine Teilnahme an der Documenta 5 (Kurator Harald Szeeman) bringt ihm 1972 sogleich grosse Bekanntheit. In seinem vielschichtigen Werk bedient sich Castelli zahlreicher Medien und thematisiert in den 70er Jahren in expressiver, oft thetralisch Art die puritanischen Zustände unserer Gesellschaft.
    Zusammen mit Salome und Reiner Fetting bildet er die Künstlergruppe Junge Wilde, die sich mit ihrer expressiven Malerei gegen die hoch intellektuelle Kunst der siebziger Jahre wendet und international stilprägend wird.
    Seit 1993 beschäftigt sich Castelli mit den «REVOLVING PAINTINGS», die keine eigentlichen Frontansichten haben, sondern von allen vier Seiten betrachtbar sind.
    Zurzeit erlebt Castelli ein wachsendes Interesse an seinem Werk. Seine fotografischen Selbstporträts sind in einer grossen Ausstellung in Paris gezeigt worden und 2015 hat das National Art Museum of China in Peking eine grosse Ausstellung zum malerischen Werk präsentiert, die später auch im Contemporary Art Museum in Shanghai ausgestellt worden ist.

    09-Selbsportrait-1973

    Pierre Haubensak (*1935)
    In der Ausstellung Wege und Experimente im Zürcher Kunsthaus 1968 wird Pierre Haubensak als Erneurer der konkreten Kunst gefeiert.
    Zeit seines Schaffens hält Haubensak am Bild fest, stellt sich aber mit seinen zu Pyramiden geformten Leinwänden ganz in die Tradition der Vertreter von Post-Painterly Abstraction und Hard-Edge-Malerei, die sich um 1960 vom traditionellen Tafelbild abwenden. In ihrer Gestaltung weisen diese Werke über die klassischen Gattungen der Malerei und Plastik hinaus und spielen mit der Ambivalenz zwischen Bild und Objekt. Die Auseinandersetzung mit den amerikanischen Strömungen in Haubensaks künstlerischem Prozess führen nicht zur Weiterentwicklung, sondern zur Überwindung der klassischen Konkreten Kunst.
    Inspirierende Vorbilder für seinen Umgang mit der Farbe verortet der Künstler bei Vincent van Gogh, Paul Cézanne und Henri Matisse. Tritt das Kolorit in seinen späteren Gemäldegruppen wie Doors of Perception (1968 – 1974) oder Tetras (ab 1988) reicher und differenzierter auf, konzentriert er sich am Anfang seiner künstlerischen Arbeit auf einen glatten, unpersönlichen Auftrag.
    (Auszug Text  Aargauer Kunsthaus Aarau)

    H 17

    Heiner Kielholz (*1942)
    Heiner Kielholz ist zunächst vom art informel respektive von amerikanischen abstract expressionism beeinflusst, nach einem kurzen stürmischen Exkurs in Objektkunst, Conceptual Art und Arte Povera am Ziegelrain wendet er sich schliesslich der stillen, sensiblen Aquarellmalerei zu, die eine bewusst gewählte, kritische Distanz zum urbanen Leben darstellt. Die Formate werden kleiner, die Bildinhalte reflektieren Erlebnisse und Ereignisse aus seinem persönlichen Umfeld: Landschaften, figürliche Szenen, Stilleben. Flüchtige Augenblicke, wahrgenommen auf zahlreichen Reisen in Bahnhöfen, Grossstadtcafés, auf Plätzen und in Häfen werden mit zarten, gedämpften Farben in vielfältigen Techniken und mit grosser Meisterschaft auf verschiedenste Bildträger gemalt. Einige Werke verraten die Auseinandersetzung des Künstlers mit fernöstlicher Mystik, andere haben wiederum rein ornamentalen Charakter.
    Von Heiner Kielholz werden oft Parallelen zum Schriftsteller Robert Walser gezogen. Mit ihm teilt er die Liebe zu den unscheinbaren, alltäglichen Dingen des Lebens. (nach SIK-Art)

    Kielholz

    Franticek Klossner (*1960)
    Der in Bern lebende Schweizer Künstler befasst sich mit Videokunst, Installation, Performance, Fotokunst, Zeichnung und Visual Poetry. Sein spartenübergreifendes Schaffen ist durchdrungen von existenziellen Fragen. Das Menschenbild der Gegenwart steht im Fokus seiner Untersuchungen. In Videoinstallationen und performativen Skulpturen wie auch in seinem zeichnerischen und fotografischen Werk, fungiert der menschliche Körper als Repräsentant für die Prozesse psychischer Individuation und sozialer Interdependenzen. Klossner gelingt es, über poetische Bilder politische und gesellschaftliche Themen zu verhandeln. Die frappante Ästhetik seiner Werke involviert das Publikum in einen direkten Dialog. Die Vehemenz seiner Bildwelten wird dabei von einer sinnlichen Materialität getragen. In geradezu listiger Weise verführen seine Werke das Publikum zur Hinterfragung innerer Bilder und zur Überprüfung des eigenen Denkens.

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    Vollrad Kutscher (*1945)
    "Kutscher nahm an der der allgemeinen Entwicklung eines sich rasant entwickelnden Skulpturenbegriffes teil, doch beharrte er gleichzeitig auf persönlichen Vorbildern, wie dem klassischen Bildhauer Alberto Giacometti, welcher dem Motiv Mensch Mitte des letzten Jahrhunderts einen unübersehbaren Höhepunkt abgerungen hatte. Seit 1980 arbeitete Kutscher beharrlich an einer Reformulierung des Menschenbildes, das schließlich zu einer Reihe von Porträtinstallationen führte. Erste Beispiele davon waren 1988/89 in einer Schau im Kunstmuseum Bern zu sehen."
    (Dr. Peter Forster im Katalog Vollrad Kutscher, Einatmen – Ausatmen, Museum Wiesbaden, 2015)

    Vollrad Kutscher beschäftigt sich spartenübergreifend in den Bereichen Installation, Lichtkunst, Performance und Kunst im öffentlichen Raum.

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    Werke aus der Sammlung
    Das Kunsthaus Interlaken hat durch die grosszügige Donation eines Gönners die Möglichkeit bekommen, eine eigene Kunstsammlung mit einem regionalen Bezug aufzubauen. In den letzten Jahren konnten so einige schöne Werke bedeutender Maler des 19. Jahrhunderts erworben werden, so Bilder von Alexandre Calame und Alphonse Diday. Durch Schenkungen und die Integration der Sammlung der Kunstgesellschaft ist die Sammlung weiter gewachsen. In der Ausstellung werden einige wenige Exponate ausgestellt werden, darunter auch Arbeiten von Ferdinand Hodler, Arnold Brügger und Martin P. Flück.
    Zusammen seinem Vater Johann Peter Flück und den Malern Arnold Brügger und Bendicht Friedli, gehört Martin P. Flück zu den wichtigsten Künstlern des Berner Oberlandes, die in der Sammlung vertreten sind.

    Martin Peter Flück, Bergdorf, 1966

     

     

    Weitere Infos
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